Trends auf dem Ausbildungsmarkt

Azubis aus dem Internet: Neben sozialen Netzwerken gewinnen Internetrecherche und digitale Ausbildungsbörsen zunehmend an Bedeutung für Unternehmen und Bewerber. Aber auch sogenanntes „Speed-Dating“ und frühe Kontaktaufnahme zu potenziellen Auszubildenden sind Maßnahmen, die im Zuge des Mangels an geeigneten Bewerbern zum Einsatz kommen. Die Trends im Überblick:

Kommunikation mit potenziellen Azubis

60 Prozent der Unternehmen werben inzwischen im Internet um Nachwuchs. Neben Stellenangeboten auf der eigenen Website nutzen die Betriebe bei der Azubi-Gewinnung immer stärker soziale Medien. Das Einstellen von Ausbildungsplatzangeboten auf Online-Plattformen gehört für die meisten Unternehmer zur gängigen Praxis. Gut die Hälfte der im Internet aktiven Betriebe nutzt die IHK-Lehrstellenbörse (ab August mit App!). Gut ein Viertel ist in sozialen Medien aktiv – im Vergleich zu 2011 ein deutlicher Anstieg um neun Prozentpunkte. Auch wenn eine eigene Facebook-Karriere-Seite vermutlich nicht der alleinige Rekrutierungskanal werden wird, setzen mehr und mehr Jugendliche hier die unternehmerische Präsenz voraus.

Arbeitgeber suchen immer früher den Kontakt zu Schulabgängern. Die Maßnahmen zur Kontaktaufnahme werden zudem vielfältiger: Viele Betriebe – vor allem größere – veranstalten Tage der offenen Tür. Ein Drittel der Unternehmen setzt gezielt auf Kooperationen mit Schulen. 2013 fällt besonders die stark gestiegene Bereitschaft auf, Schülern Berufsorientierungspraktika anzubieten. Der Anteil der Betriebe, die dies tun, ist gegenüber 2011 von 28 auf 38 Prozent deutlich gestiegen. Ziel ist es, Einblicke in die Berufswelt zu eröffnen und den Nachwuchs für den Eintritt ins Unternehmen zu motivieren. Daneben werden sogenannte Azubi-Speed-Datings immer beliebter.

Extra-Leistungen für Azubis

Der Wettbewerb um leistungsstarke Azubis ist deutlich härter geworden. Die Unternehmen bieten deshalb jetzt vereinzelt Extras an. Das kann eine übertarifliche Bezahlung sein, ein Zuschuss zur Bahnfahrkarte oder auch ein Smartphone. Ausbildungsplätze an abgelegeneren Orten können teilweise nur noch besetzt werden, wenn die Unternehmen eine entsprechende Unterstützung beisteuern, etwa einen kleinen Dienstwagen.

Bildungssystem

Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung ist gestiegen. Für leistungsstarke Jugendliche bieten Unternehmen verstärkt duale Studiengänge an, also eine Ausbildung und ein Studium in einem. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung und der nötigen Berufserfahrung kann heute aber auch leichter ohne Abitur studiert werden.

(Quelle: DIHK Courier)

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